TÜV bei der Kölner Seilbahn -
Sie arbeiten 50 Meter über dem Rhein


Überprüfung des Tragseiles durch Mitarbeiter des TÜV an der Arbeitsplattform aus

Ein Bericht von Till Kühnhausen über einen zurückliegenden TÜV-Termin im Jahr 2003

Ich sitze in der Gondel und bin auf dem Weg auf die andere Seite des Rheins. Klaus Simon und seine zwei Kollegen sind schon ein paar Minuten früher losgefahren und werden mir in der Mitte - genau über dem Rhein - wieder entgegen kommen. Den Dom kann man nur sehen, wenn man weiß, wo er steht.
Fast 50 Meter über dem Rhein bin ich glücklich, in einer geschlossenen und sicheren Kabine zu sitzen, denn wenn ich aus dem Fenster schaue, wird mir schon ein bisschen mulmig.

Ein Glück, dass ich nicht mit der offenen Arbeitsgondel fahren muss, die ich jetzt hinter dem mittleren Pfeiler der Seilbahn hervorkommen sehe. Drei Personen finden darin Platz, stehend versteht sich. "Falls wir einmal ausrutschen sollten, haben wir ja immer noch den Haltegurt", hat Klaus Simon vorher gesagt. Ein schwacher Trost.

Klaus Simon vom TÜV Rheinland kennt die Kölner Seilbahn schon seit vielen Jahren. Trotzdem muss sie einmal im Jahr vom TÜV überprüft werden, bevor sie ihren Betrieb wieder aufnehmen darf.

Seit der Bundesgartenschau 1957 fährt die Seilbahn auf der Höhe von Zoo und Rheinpark über den Rhein. Über 13 Millionen Fahrgäste hat sie bis heute befördert - allein im Jahr 2002 mehr als 250.000. 44 Gondeln können bis zu 1600 Personen pro Stunde befördern.

Fast zwei Kilometer Zugseil werden von zwei Elektromotoren angetrieben. Fällt die elektrische Spannung aus, steht ein Notstromaggregat bereit. Und auch wenn dieses einmal defekt sein sollte, können die Gondeln mit Hilfe eines Gasmotors zurück in die Station geholt werden.

Etwa ein Drittel der Inspektion des TÜV findet im Freien statt. Das Tragseil wird auf Abnutzung überprüft, die Auflagen an den Stützen und die Stützen selbst werden regelmäßig kontrolliert.

"Beim ersten Mal war das schon ziemlich aufregend, so hoch über dem Rhein", gesteht Georg Theisen, als wir alle wieder an der rechtsrheinischen Station angekommen sind. Er ist noch in der Ausbildung und in diesem Jahr zum zweiten Mal bei der Inspektion der Seilbahn dabei. Im nächsten Jahr wird er seine Zusatzausbildung für Seilbahnen abgeschlossen haben.

Nachwuchs für das Team wird auch dringend gebraucht. Ein Kollege scheidet aus Altersgründen aus. Beim TÜV Rheinland sind Georg Theisen und seine Kollegen die einzigen, die sich auf das Prüfen von Seilbahnen spezialisiert haben. "Am spannendsten ist es, wenn man aus der Gondel aussteigen muss, um zum Beispiel an den Pfeilern etwas zu überprüfen", berichtet Georg Theisen.

Doch nicht nur in luftiger Höhe müssen Tests und Überprüfungen durchgeführt werden, der größere Teil findet in der Station statt. Motor, Bremsen und Antrieb werden getestet, die Elektronik auf Herz und Nieren überprüft.
Überprüfung des Tragseiles durch Mitarbeiter des TÜV an der Arbeitsplattform aus

Die Aufhängungen von mehreren Gondeln werden auseinander gebaut, Verschleißteile überprüft und gegebenenfalls ausgewechselt. Und auch das Seilbahnpersonal wird jedes Jahr von den Leuten des TÜV getestet, wie in den anderen Bereichen gab es auch hier noch nie Beanstandungen.

Nach drei Tagen intensiver Prüfung wird die Seilbahn die TÜV-Plakette für das neue Betriebsjahr erhalten. Wie jedes Jahr.


›› Bildergalerie
Die schönsten Momente

›› Köln erleben zu Land, zu Wasser und aus der Luft
Erleben Sie einen ganzen Tag lang ...